Steuerberater in Mainz, Dr. Jörg Lehr



Startschuss für das Baukindergeld

Zehn Jahre lang 1.200 EUR pro Jahr und Kind erhalten Familien, die ihr erste Eigenheim kaufen oder bauen und den entsprechenden Antrag auf das neue Baukindergeld stellen. Ab dem 18. September 2018 könnenerstmalig die entsprechenden Anträge bei der KfW gestellt werden.
Voraussetzungen für die Bewilligung sind unter anderem:

•Das jährliche Haushaltseinkommen darf 75.000 EUR zuzüglich je 15.000 EUR für jedes minderjährige Kind nicht übersteigen.
•Es handelt sich um den Erwerb des ersten Eigenheim seitens des Antragstellers.
•Datum der Bewilligung des Bauantrags bzw. des notariellen Kaufantrags liegt zwischen dem 01. Januar 2018 und dem 31 Dezember 2020.
•Die jeweiligen Kinder müssen im Haushalt der Antragsteller leben, der und dürfen zum Zeitpunkt der Antragsstellung das 18te Lebensjahr nicht überschritten haben.
•Der Antragssteller oder sein im Haushalt ebenfalls lebende Partner müssen für die jeweiligen Kinder kindergeldberechtigt sein
•Der Antrag muss innerhalb von 3 Monaten nach Einzug der zu fördernde Immobilie gestellt werden. Liegt der Einzug vor dem 18. September 2018, darf der Antrag noch bis zu 31. Dezember 2018 gestellt.
 
Nähere Informationen und weiterführende Link unter:
 

Absenkung der Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge auf 0,5%

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN haben die Bundesregeierung angefragt, wann die im Koalitionsvertrag festgelegte Absenkung der Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge auf 0,5 % des Bruttolistenpreises realisiert wird. 
 
Die Bundesregierung erklärte, ein Zeitplan für die Umsetzung der begünstigten Besteuerung der Privatnutzung von Elektrofahrzeugen bestehe nicht.
 
Ertragssteuerliche, verfassungsrechtliche und beihilferechtliche Gesichtspunkte seien noch zu prüfen.
 
Schnelle unkomplizierte bürgerfreundliche Förderung der E-Mobilität sieht anders aus .....!
 
Mal sehen, welches Gesetzesmonster uns hier wieder erwartet!
 


Ermäßigter USt-Satz bei Hotelübernachtungen auch auf Frühstück und Parkplatzgestaltung!?

Der EuGH hat in einem aktuellen niederländischen Verfahren entschieden, dass eine einheitliche Leistung nur mit einem einheitlichen Umsatzsteuersatz – also Regelsteuersatz (19%) oder ermäßigter Steuersatz (7%) – besteuert werden kann (EuGH vom 18.01.2018, C-463/16, Stadion Amsterdam CV, HFR 2018, 252). Dabei bestimmt die Hauptleistung den Umsatzsteuersatz für die einheitliche Leistung (EuGH EuGH vom 18.01.2018, C-463/16, Stadion Amsterdam CV, a. a. O.)

Damit steht die BFH-Rechtsprechung zu Beherbergungsleistungen mit Frühstück und Parkplatzgestellung in Frage (§ 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 2 UStG; Abschn. 12.16 Abs. 8 Satz 1 UStAE).
Eine Aufteilung ist wohl europarechtswidrig. Es muss für die Beherbergungsleistung mit einheitlichem Entgelt ein einheitlicher – hier: ermäßigter Steuersatz angewendet werden.

Beherbergungsbetrieben empfehlen wir künftig wie folgt vorzugehen:

• Die Preise belassen.
• Die Ausgangsrechnungen verändern und einheitlich mit 7 % Steuersatz ausstellen.
• An das Finanzamt weiterhin 19 % auf Verpflegung, Parkplätze und Co. anmelden und abführen.
• Einspruch bzw. ein Änderungsantrag beim örtlich zuständigen Finanzamt zur Anwendung des ermäßigten Steuertarifs (7%) einlegen.
• Gegebenenfalls muss ein Einspruchs- bzw. Klageverfahren betrieben werden.

Soweit Kunden Sie bezüglich des Vorsteuerabzugs wegen der Rechnungsstellung ansprechen, sollten Sie darauf hinweisen, dass ein erhöhter unzulässiger USt Ausweis auf Frühstücks- bzw. Parkplatzleistungen als sog.
„14c Umsatzsteuer“ von einem Vorsteuerabzug bei ihren Gästen ausgeschlossen ist.

Ob die Finanzverwaltung bzw. die Finanzgerichtsbarkeit die Grundsätze des EuGH zur Einheitlichkeit der Dienstleistungen auf Beherbergungsleistungen anwendet, bleibt abzuwarten. Soweit sie unsere empfohlene Vorgehensweise umsetzen, partizipierten Sie an einer möglichen USt – Senkung für Frühstücks- und Parkplatz-leistungen.

Bitte stimmen Sie sich zeitnah mit ihrem Mitarbeiter in der Steuerkanzlei über die weitere Vorgehensweise bei der Rechnungstellung ab.


Koalitionsvertrag | Geplante Maßnahmen im Bereich Steuern


Am 07.02.2018 haben sich CDU, CSU und SPD auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die wesentlichen Maßnahmen mit steuerlichem Bezug haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Keiner erhöhte Steuerbelastung der Bürger: Wie bisher soll alle zwei Jahre ein Bericht zur Entwicklung der kalten Progression vorgelegt werden, um dann den Einkommensteuertarif entsprechend zu bereinigen. Zudem soll eine Anpassung der pauschalen Steuerfreibeträge für Menschen mit einer Behinderung geprüft werden.

Abschaffung des Soli ab 2021: Der Solidaritätszuschlag soll schrittweise abgeschafft werden. Beginnend ab dem Jahr 2021 mit einem ersten Schritt im Umfang von zehn Milliarden Euro. Dadurch sollen rund 90 Prozent aller Zahler des Solidaritätszuschlags durch eine Freigrenze (mit Gleitzone) vollständig vom Solidaritätszuschlag entlastet werden.

Einführung einer Grundsteuer C, um Gemeinden die Möglichkeit zu geben, die Verfügbarmachung von bebaubaren Grundstücken für Wohnbauzwecke zu verbessern.

Förderung des freifinanzierten Wohnungsneubaus im bezahlbaren Mietsegment: Hierfür soll eine bis Ende des Jahres 2021 befristete Sonderabschreibung eingeführt werden. Sie soll zusätzlich zur linearen Abschreibung über vier Jahre fünf Prozent pro Jahr betragen.

Förderung der energetischen Gebäudesanierung: Antragstellern soll ein Wahlrecht zwischen einer Zuschussförderung und einer Reduzierung des zu versteuernden Einkommens eingeräumt werden.

Einführung eines Baukindergeldes: Für den Ersterwerb von Neubau oder Bestand soll ein Baukindergeld als Zuschuss aus dem Bundeshaushalt in Höhe von 1200 € je Kind und pro Jahr eingeführt werden, das über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt wird. Das Baukindergeld soll flächendeckend bis zu einer Einkommensgrenze von 75.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 € pro Kind gewährt werden. Darüber hinaus soll die Gewährung eines Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer geprüft werden.

Erhöhung des Kindergeldes: Darüber hinaus ist eine Erhöhung des Kindergeldes um 25 € pro Monat und Kind in zwei Teilschritten (zum 01.07.2019 um zehn €, zum 01.01.2021 um weitere 15 €) und eine entsprechende Anpassung des Kinderfreibetrages geplant.

Erhöhung der Akzeptanz des Faktorverfahrens: Ehegatten sollen über das Faktorverfahren besser informiert werden. Personen mit der Steuerklassenkombination III/V sollen in den Steuerbescheiden regelmäßig über das Faktorverfahren informiert und auf die Möglichkeit des Wechsels zur Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor hingewiesen werden.

Abschaffung der Abgeltungsteuer: Die Abgeltungsteuer auf Zinserträge soll mit der Etablierung des automatischen Informationsaustausches abgeschafft werden. An dem bisherigen Ziel der Einführung einer Finanztransaktionsteuer im europäischen Kontext wird festgehalten.

Elektronische Kommunikation mit der Finanzverwaltung: Die elektronische Kommunikation mit der Finanzverwaltung soll ausgebaut werden. Die vorausgefüllte Steuererklärung für alle Steuerpflichtigen soll bis zum VZ 2021 eingeführt werden.

Ausbau des BZSt: Das BZSt soll für Gebietsfremde zur zentralen Anlaufstelle für steuerliche Fragen und verbindliche Auskünfte werden.

Gerechter Steuervollzug: Sämtliche aus einer Straftat erlangten Vermögenswerte und alle rechtswidrigen Gewinne sollen konsequent eingezogen werden.

Förderung von KMU: Insbesondere für forschende kleine und mittelgroße Unternehmen soll eine steuerliche Förderung eingeführt werden, die bei den Personal- und Auftragskosten für Forschung und Entwicklung ansetzt.

Unterstützung von Start-Ups: In der Start- und Übergangsphase soll die Bürokratiebelastung auf ein Mindestmaß reduziert werden. In den ersten beiden Jahren nach Gründung sollen Unternehmen von der monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung befreit werden. Zudem sollen die Bedingungen für Wagniskapital weiter verbessert werden . Antrags-, Genehmigungs- und Besteuerungsverfahren sollen vereinfachen werden. Ziel sollte ein „One-Stop-Shop“ sein.

Förderung der Elektromobilität: Bei der pauschalen Dienstwagenbesteuerung soll für E-Fahrzeuge (Elektro- und Hybridfahrzeuge) ein reduzierter Satz von 0,5 Prozent des inländischen Listenpreises eingeführt werden. Zudem soll für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge eine auf fünf Jahre befristete Sonder-AfA von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung eingeführt werden.

Einfuhrumsatzsteuer Die Erhebungs- und Erstattungsverfahren der Einfuhrumsatzsteuer sollen in Kooperation mit den Bundesländern optimiert werden, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Industrie- und Handelsunternehmen sowie für die deutschen Flug- und Seehäfen zu verhindern.

Besteuerung von Konzernen: Durch weltweit möglichst breite Implementierung der OECD-BEPS-Verpflichtungen sowie -Empfehlungen sollen faire steuerliche Wettbewerbsbedingungen für grenzüberschreitende unternehmerische Tätigkeiten geschaffen werden. Die Verpflichtungen aus der EU-Anti-Steuervermeidungsrichtlinie sollen im Interesse des Standorts Deutschland umgesetzt, die Hinzurechnungsbesteuerung zeitgemäß ausgestaltet, Hybridregelungen ergänzt und die Zinsschranke angepasst werden.

Besteuerung der digitalen Wirtschaft: Zur weiteren Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs beim Handel mit Waren im Internet sollen gesetzliche Regelungen geschaffen werden, um Betreiber von elektronischen Marktplätzen, die den Handel unredlicher Unternehmer über ihren Marktplatz nicht unterbinden, für die ausgefallene Umsatzsteuer in Anspruch zu nehmen. Die Betreiberinnen und Betreiber sollen verpflichtet werden, über die auf ihren Plattformen aktiven Händlerinnen und Händler Auskunft zu erteilen.

Gemeinsame Bemessungsgrundlage und Mindestsätze bei den Unternehmenssteuern: Zusammen mit Frankreich sollen konkrete Schritte zur Verwirklichung eines deutsch-französischen Wirtschaftsraums mit einheitlichen Regelungen vor allem im Bereich des Unternehmens- und Konkursrechts und zur Angleichung der Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer vereinbart werden. Gemeinsam mit Frankreich werden wir uns für eine entsprechende Harmonisierung der Regelungen zur Vollendung des europäischen Binnenmarkts einsetzen.


Informationsveranstaltung Unternehmen online

Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant,

die täglichen Verwaltungsaufgaben in Ihrem Unternehmen nehmen zunehmend mehr Zeit in Anspruch. Mit Hilfe der Digitalisierung von Belegen kann  dieser Aufwand in der Regel erheblich reduziert werden.

Das DATEV-Programm  Unternehmen online bietet hierfür eine flexible Plattform zur Nutzung der digitalen Belege für die Finanz- und Lohnbuchhaltung, zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs und der Kassenführung.

Der Unternehmer scannt seine Belege und überträgt sie ins DATEV-Rechenzentrum. Dort stehen die digitalisierten Dokumente für das Unternehmen und den Steuerberater zentral zur Verfügung.

Auf Basis der digitalen Belege werden die Zahlungsträger automatisch vom Programm vorausgefüllt und können an die Bank übermittelt werden. Sie erhalten zeitnah einen aktuellen Überblick über alle offenen und bezahlten Rechnungen. Ihr Steuerberater greift ebenfalls direkt auf die digitalisierten Belege zu und erstellt hieraus Ihre Finanz- und Lohnbuchhaltung. Anschließend stellt Ihnen der Berater die Auswertungen der Buchhaltung digital bereit. Die Originalbelege bleiben im Unternehmen.

DATEV Unternehmen online bietet zusätzlich die Möglichkeit, Angebote zu erstellen, Rechnungen zu schreiben und die Kasse ordnungsgemäß zu führen.

In der Informationsveranstaltung

    „DATEV Unternehmen online“
    Zeitersparnis durch Digitalisierung

    am  18. Oktober 2016
    um  18.00 Uhr
    in der Steuerkanzlei Lehr
     Jean-Pierre-Jungels-Str. 6
     55126 Mainz

wird Ihnen David Thelen von der Firma CDS Peter Griese GmbH die Einsatzmöglichkeiten, Vorteile und Praxiserfahrungen  mit diesem Programm aufzeigen.

Nutzen Sie die Gelegenheit und prüfen Sie, ob DATEV Unternehmen online auch Sie bei Ihren täglichen Verwaltungsaufgaben entlasten kann.

Zu dieser Veranstaltung können Sie auch gerne Geschäftspartner, interessierte Freunde und Bekannte mitbringen.

Fragen stellen und anmelden können Sie sich per vorerfassten Mail oder telefonisch unter der 06131-948000.

Dr. Jörg Lehr
Rechtsanwalt/Steuerberater


Kasse machen – aber richtig

steuerliche Anforderungen an offene Ladenkassen und Registrierkassen

Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant,

in Ihrem Betrieb vereinnahmen Sie einen hohen Anteil der Umsätze bar. In solchen Unternehmen liegt der Schwerpunkt bei steuerlichen Betriebsprüfungen erfahrungsgemäß auf der Kassenführung.

Die formellen Anforderungen an die Kassenführung sind hoch und Beanstandungen führen in der Praxis regelmäßig zu Zuschätzungen durch die Betriebsprüfer.

Ab dem 01.01.2017 dürfen nur noch Registrierkassen eingesetzt werden, die alle Einzelumsätze unverändert und vollständig aufzeichnen und aufbewahren.

Sollten Sie eine Registrierkasse im Einsatz haben, empfehle ich Ihnen Kontakt mit Ihrem Kassenaufsteller aufzunehmen und zu klären, ob das bei Ihnen eingesetzte Kassensystem den Anforderungen ab 01.01.2017 entspricht.

Auch die Anforderungen an eine ordnungsmäßige Kassenführung bei offenen Ladenkassen wurden in den letzten Jahren ständig erhöht.

Um Sie vor „teuren“ Fehlern bei der Kassenführung zu bewahren, möchten wir Sie zu einem Unternehmerfrühstück mit dem Thema

         „Kasse machen – aber richtig“
          Steuerliche Anforderungen an offene Ladenkassen und Registrierkassen

          am Montag, den 24. Oktober 2016
          um 9.30 Uhr
          in der Steuerkanzlei Lehr
         Jean-Pierre-Jungels-Str. 6, 55126 Mainz

einladen.

Bei Fleischwurst und Brötchen werden Steuerberater Jörg Lehr aus steuerlicher Sicht und Wolfgang Weiner von Registrierkassen Weiner & Pfeiffer aus technischer Sicht die Fehlerquellen bei der Kassenführung beleuchten.

Da bei Betriebsprüfungen die Kassenführung häufig beanstandet wird und Zuschätzungen zu Steuernachforderungen führen, sollten Sie die Informationsmöglichkeit unbedingt wahrnehmen.

Aufgrund der begrenzten Raumkapazitäten bitten wir um Bestätigung Ihrer Teilnahme per vorerfassten E-Mail oder telefonisch unter 06131-948000.

Dr. Jörg Lehr
Rechtsanwalt/Steuerberater


Sozialversicherungspflicht Gesellschafter-Geschäftsführer

Das Bundessozialgericht (BSG) hat Ende 2015 seine Rechtsprechung zur sozialversicherungsrechtlichen Selbständigkeit von Gesellschaftern-Geschäftsführern von GmbHs, GmbH & Co. KGs und OHGs verschärft.

Der Sozialversicherungspflicht unterliegt jeder Geschäftsführer, der abhängig beschäftigt ist. Eine abhängige Beschäftigung ist gekennzeichnet durch
                 • Eingliederung des Beschäftigten in den betrieblichen Organismus und
                 • Weisungsgebundenheit hinsichtlich Zeit, Dauer, Ort und Art der 
                    Arbeitsausführung.

In der Vergangenheit wurden Geschäftsführer auch ohne Anteilsmehrheit nicht als sozialversicherungspflichtig eingeordnet, wenn faktisch keine Weisungsrechte durch die Gesellschafter ausgeübt wurden (z. B. in Familiengesellschaften). Nach der neuen Rechtsprechung des BSG wird maßgeblich auf die gesellschaftsrechtlichen Stimmrechte abgestellt.

Der Gesellschafter-Geschäftsführer ist danach nur dann selbständig und sozialversicherungsfrei, wenn er unerwünschte Weisungen der Gesellschafterversammlung verhindern kann. Dies ist i.d.R. der Fall, wenn er
                • Mehrheitsgesellschafter oder 
                • Minderheitsgesellschafter mit einer Sperrminorität ist (z.B. bei einer Beteiligung
                   von 25,1% bei einer notwendigen Mehrheit von 75%
                   für Gesellschafterbeschlüsse gem. Satzung).

Demgegenüber sind Minderheitsgesellschafter(-Geschäftsführer) ohne Sperrminorität regelmäßig sozialversicherungspflichtig, nämlich dann, wenn sie nach dem Gesamtbild der Tätigkeit weisungsgebunden sind.

Soweit Sie als Minderheitsgesellschafter aufgrund des für Gesellschafterbeschlüsse geltenden Mehrheitsprinzips von 50% nicht in der Lage sind unerwünschte Weisungen der Gesellschafterversammlung zu verhindern, sind Sie nach der neuen Rechtsprechung des BSG sozialversicherungspflichtig.

Soweit Sie durch eine Statusfeststellung nach § 7a SGB IV als sozialversicherungsfrei eingestuft wurden, haben Sie bis zu einer Aufhebung der Statusfeststellung Rechtssicherheit.

Soweit bislang keine Feststellung Ihres sozialversicherungsrechtlichen Status erfolgte, drohen für die Vergangenheit möglicherweise massive Beitragsnachforderungen.

Ihre Sozialversicherungspflicht kann möglicherweise durch die Vereinbarung einer Sperrminorität oder einer Stimmrechtsbindung im Gesellschaftsvertrag verhindert werden.

Wir beraten Sie gerne ausführlich dazu.


Gewinnermittlung bei Abschlagszahlungen

Der BFH hat entschieden, dass die Gewinnrealisierung für erhaltene Zahlungen bei einem bilanzierenden Ingenieur oder Architekt bereits eintritt, wenn sein Anspruch auf eine Abschlagszahlung nach § 8 HOAI entstanden ist. Die Finanzverwaltung will diese Grundsätze auf alle Abschlagszahlungen nach § 632a BGB (Werkverträge) anwenden.

Bei Werkverträgen wurde bislang erst mit der Übergabe und Abnahme des Werkes durch den Besteller eine Gewinnrealisierung angenommen.
Bis zur Abnahme vereinnahmte Zahlungen waren als erhaltene Anzahlungen zu passivieren, so dass das nicht fertiggestellte Werk bis zur Abnahme erfolgsneutral behandelt wurde.

Der BFH bejaht in seinem Urteil vom 14.05.2014 bei Architekten und Ingenieuren eine Gewinnrealisierung bereits, wenn durch die auftragsgemäße und nachgewiesene Erbringung der Planungsleistung der Anspruch auf eine Abschlagszahlung nach § 8 Abs. 2 HOAI entstanden ist.

Die Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 29.06.2015) will künftig diese Urteilsgrundsätze auch auf Abschlagszahlungen nach § 632a BGB und damit auf alle bilanzierenden Unternehmen, die Abschlagszahlungen in Rechnung stellen, anwenden. Echte Vorschusszahlungen führen weiterhin zu keiner Gewinnrealisierung.

Betroffen sind erstmals Jahresabschlüsse zum 31.12.2015. Zur Vermeidung von Härten kann der aus der Änderung der Rechtsprechung resultierende Gewinn auf bis zu 3 Jahren gleichmäßig verteilt werden.

Die Anwendung der BFH-Grundsätze für alle Abschlagszahlungen auf Werkverträge ist m.E. zu weitgehend. Eine Abschlagszahlung kann nach § 632a BGB nur für eine vertragsgemäß erbrachte Werkleistung verlangt werden.  Voraussetzung zur Prüfung, ob eine Leistung vertragsgemäß erbracht wurde, ist eine prüfbare (Abschlags-)Rechnung. Daran fehlt es bei Abschlagsrechnungen regelmäßig.

Über kurz oder lang wird die Auffassung der Finanzverwaltung finanzgerichtlich überprüft werden.

Soweit der Unternehmer ab 2015 mit der Abschlagszahlung die anteiligen Gewinne nicht versteuert und die Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen gerichtlich bestätigt werden sollte, droht ihm eine Nachversteuerung.

Im Rahmen der Abschlusserstellung 2015 werden wir unsere Mandanten wegen der weiteren Vorgehensweise ansprechen.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie uns bitte an.


Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz verfassungswidrig

Mit dem am 17.12.2014 verkündeten Urteil hat das Bundesverfassungsgericht die Vergünstigungen für Übertragungen von Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer für verfassungswidrig erklärt. Die Vorschriften sind zunächst weiter anwendbar; der Gesetzgeber muss bis 30. Juni 2016 eine Neuregelung treffen.
 

Hintergund:
Der BFH hatte dem BVerfG die Frage vorgelegt, ob § 19 Abs. 1 ErbStG (Tarifvorschrift)  in der im Jahr 2009 geltenden Fassung i. V. mit §§ 13a und 13b ErbStG wegen Verstoßes gegen den allgemeinen Gleichheitssatz verfassungswidrig ist. 

Die §§ 13a und 13b ErbStG sehen für den Übergang von Betriebsvermögen, von qualifizierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von land- und forstwirtschaftlichem Vermögen eine Steuerbefreiung in Höhe von 85% (Regelverschonung) bzw. 100% (Optionsverschonung) vor, wenn bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich der Zusammensetzung dieses Vermögens (sog. Verwaltungsvermögen), seines Erhsalts in der Hand des Erwerbers (sog. Behaltensfrist) und der mit dem Vermögen verbundenen Arbeitsplätzen (sog. Lohnsummenregelung) erfüllt werden.

Nach Auffassung des BFH ist ein Verfassungsverstoß zu bejahen, weil dieses Vergünstigungssystem eine verfassugswidrige Überpriviligierung darstelle.

Im Zusammenwirken mit persönlichen Freibeträgen und weiteren Verschonungen sei die Steuerbefreiung die Regel und die tatsächliche Besteuerung die Ausnahme - so der Befund des BFH.

Hierzu führte das BVerfG weiter aus:
Zwar liegt es im Entscheidungsspielraum des Gesetzgebers, kleine und mittlere Unternehmen, die in personaler Veranwortung geführt werden, zur Sicherung ihres Bestands und zur Erhaltung der Arbeitsplätze steuerlich zu begünstigen.

Die Priviligierung betrieblichen Vermögens ist jedoch unverhältnismäßig, soweit sie über den Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen hinausgreift, ohne eine Bedürfnisregelung vorzusehen.

Ebenfalls unverhältnismäßig sind die Freistellung von Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten von der Einhaltung einer Mindestlohnsumme und die Verschonung betrieblichen Vermögens mit einem Verwaltungsvermögensanteil bis zu 50%.

§§ 13a und 13b ErbStG sind auch insoweit verfassungswidrig, als sie Gestaltungen zulassen, die nicht zu rechtfertigenden Ungleichbehandlungen führen.

Die geannten Verfassungsverstöße haben zur Folge, dass die vorgelegten Regelungen insgesamt mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar sind.


Ihr Steuermann in Steuerfragen!

Warum haben wir uns als Steuerkanzlei wohl für Yachtfotografien in unseren Räumlichkeiten entschieden?

Etwa weil der Kanzleiinhaber passionierter Segler ist? Mitnichten!

Die Yachtfotografie verdeutlicht, wie mächtig und gewaltig die Wassermassen sind und wie geschickt eine Segelcrew sein muss, um diese Gewalten zu beherrschen.

Die Parallele zum deutschen Steuerrecht drängt sich auf:

Ohne erfahrene Segelcrew und ohne Steuermann findet kein Normalbürger seinen Weg durch die Steuermassen.

Es gibt aber einen weiteren Grund, warum wir uns für die Yachtfotografien von Nico Krauss entschieden haben: Sie sehen einfach toll aus!

Nico Kraus, geboren 1967 in Hamburg, machte nach dem Abitur eine Ausbildung in der Werbebranche, studierte Geisteswissenschaften, absolvierte ein Volontariat bei einem Wassersportmagazin und kam als Autodidakt zur Fotografie. Es folgten Assistenzen bei Reportage- und Modefotografen und seit 1998 freischaffende Fotografie mit Schwerpunkt Maritime- und Landschaftsfotografie für Magazine, PR und Werbung. Er führt ein Fotostudio und eine Galerie in seiner Heimatstadt Hamburg